Das Ende des kostenlosen Girokontos

Lange Zeit war das gebührenfreie Girokonto eine Selbstverständlichkeit bei vielen deutschen Banken. Doch in den letzten Jahren haben zahlreiche Institute ihre Konditionen angepasst. Monatliche Grundgebühren sind heute eher die Regel als die Ausnahme – zumindest bei traditionellen Filialbanken.

Kostenlose Konten gibt es nach wie vor, meist bei Direktbanken oder unter bestimmten Bedingungen wie einem monatlichen Mindestgeldeingang. Wer nicht regelmässig prüft, was das eigene Konto kostet, zahlt möglicherweise mehr als nötig.

Die verschiedenen Gebührenarten

Bei einem Girokontovergleich sollten nicht nur die offensichtlichen Kosten berücksichtigt werden. Es gibt eine Reihe von Gebühren, die im Alltag anfallen können:

Kontomodelle im Überblick

Grundsätzlich lassen sich drei Modelle unterscheiden. Das Pauschalmodell berechnet einen festen Monatsbeitrag und enthält dafür alle oder die meisten Leistungen. Das Transaktionsmodell hat eine niedrige oder keine Grundgebühr, berechnet aber jede einzelne Buchung. Das Bedingungsmodell ist kostenfrei, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Für Vielbezahler kann ein Pauschalmodell günstiger sein als ein scheinbar kostenloses Konto mit Transaktionsgebühren.

Online-Banking und Filialnetz

Neben den Kosten spielt auch die Infrastruktur eine Rolle. Wer regelmässig Bargeld benötigt oder persönliche Beratung schätzt, legt anderen Wert auf ein Girokonto als jemand, der ausschließlich digital bezahlt. Direktbanken ohne Filialnetz bieten oft günstigere Konditionen, setzen aber eine gewisse Affinität zu digitalen Diensten voraus.

Wechsel ohne grossen Aufwand

Seit 2016 sind Banken in Deutschland verpflichtet, bei einem Kontowechsel aktiv zu unterstützen. Der sogenannte Kontowechselservice sorgt dafür, dass bestehende Daueraufträge und Lastschriften automatisch übertragen werden. Ein Wechsel ist damit deutlich weniger aufwändig als viele Verbraucher vermuten.